Ermittlungen des Landeskriminalamtes

Stellungnahme der Feuerwehr Tutzing


Für die gesamte Feuerwehr ist es unfassbar, was sich in unserem direkten Umfeld abgespielt hat. Entsprechend fällt es uns im Moment sehr schwer, damit umzugehen. An dieser Stelle wollen wir über den aktuellen Sachstand und die geplanten weiteren Schritte informieren.
Unser Wissensstand basiert größtenteils auf Veröffentlichungen in der Presse. Ein kleinerer Kreis von uns war lediglich mit dem Wissen um die beschuldigte Person einige Tage voraus. Darüber hinaus ist uns bekannt, dass bisher drei betroffene männliche Personen die beschriebenen Vorfälle vor rund 15 Jahren bestätigt haben. Ob es auch aus der Zwischenzeit der letzten 15 Jahre oder davor vergleichbare Verdachtsmomente gibt, wissen wir nicht.
Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass weitere Personen betroffen sind, die sich bisher noch nicht offenbart haben. Der Beschuldigte war neben der Feuerwehr auch in anderen Vereinen und Gruppen engagiert, deshalb ist der Kreis möglicher weiterer Betroffener für uns auch nicht eingrenzbar. Wir wollen mögliche weitere Betroffene ermutigen und auch bitten, sich bei dem zuständigen Ermittler der Kriminalpolizei, Herrn Thomas Hiller zu melden. Tel. 089 1212 1131 oder 089 1212 2036
Wir selbst unterstützen die Ermittlungen mit allen unseren Möglichkeiten. Wir bedauern die Vorfälle sehr und stellen uns selbst die Frage, wie das alles so lange unentdeckt bleiben konnte. Wie die Mehrheit aller Tutzinger Bürger wohl auch, kennen wir den Beschuldigten als sehr vielseitig engagierten Mann, dessen Integrität, nicht zuletzt auch aufgrund seiner langjährigen Dienstzeit bei der Bayerischen Polizei, niemals auch nur im Geringsten angezweifelt wurde. Selbstverständlich wurde trotzdem auch für seine Person eine aktuelle, von der Gemeinde Tutzing aus dem polizeilichen Führungszeugnis erstellte Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Eignung zum Umgang mit Jugendlichen eingefordert und auch vorgelegt.
Aufgrund der eingeleiteten Ermittlungen durch das LKA wurde der Beschuldigte sofort vom Feuerwehrdienst und gleichzeitig von allen Vereinsämtern im Feuerwehrverein suspendiert.
Bürgermeisterin Marlene Greinwald hat sich ebenfalls eingeschaltet und bereits Kontakt zu Einrichtungen aufgenommen, die Betroffenen und Familienangehörigen psychologische Hilfe anbieten, aber auch Beratung und Beistand in juristischen Fragen bis hin zur Begleitung bei Behördengängen. - Der Weisse Ring München ist jederzeit unter Tel. 0151 5516 4687 erreichbar. - Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für Jungen und junge Männer, die von sexualisierter und/ oder häuslicher Gewalt betroffen sind. Telefon 089 231 716 9120 (Rufnummernanzeige unterdrückt)
Wir selbst können uns im Moment nur bei allen Betroffenen entschuldigen. Wir werden ab sofort - in enger Zusammenarbeit mit den vorgenannten Fachstellen - Mechanismen entwickeln und etablieren, die verhindern, dass sich Vorfälle, wie die nun bekannt gewordenen, in unserem Wirkungskreis jemals wiederholen können.

Freiwillige Feuerwehr Tutzing
Markus Kuisl (Kommandant)
Boris Wolff (stellv. Vorsitzender)
Christoph Knobloch (Jugendwart)