Feuerwehrdienst

Das Vereinsleben der aktiven Mannschaft und der Jugendgruppe dreht sich in der Hauptsache um die Ableistung des Feuerwehrdienstes. So gibt es auch unsere Satzung vor: Vereinszweck ist die Stellung von Einsatzkräften für die Feuerwehr.

Ausbildung und Übungen

Jede technische Neuerung, die dem "Normalbürger" das Leben noch ein Stück sicherer, komfortabler und angenehmer macht, stellt oft gleichzeitig die Feuerwehr vor neue Herausforderungen. Neue Technologien und Materialien am Bau, Sicherheitssysteme in modernen Kraftfahrzeugen, technische Geräte und Produktionsanlagen, chemische, biologische oder radioaktive Substanzen, aber auch Neuentwicklungen im Bereich der eigenen Gerätschaften bestimmen den Ausbildungsplan.

 

Ausbildung: Gefahrguteinsatz

Ausbildung: Vorbereitung Leistungsabzeichen "Technische Hilfeleistung"

So treffen sich die Aktiven des Vereins jeden Dienstagabend, um in den verschiedensten Themengebieten aus- oder weitergebildet zu werden. In unregelmäßigen Abständen können die Kameraden dann das Gelernte in größeren Übungen, bei denen die "Einsatzlagen" nicht selten aufwändig dargestellt werden, unter möglichst einsatzähnlichen Bedingungen anwenden und vertiefen.

 

Einsatzübung: Innenangriff unter realen Bedingungen Einsatzübung: Pkw abgestürzt, Person eingeklemmt Einsatzübung: Menschenrettung über tragbare Leitern

 

Ausbildung: Eisrettung Ausbildung: Höhensicherung am Baukran
Ausbildung: neues Einsatzmittel: "Stabfast"

Ausbildung: Einbringen von Ölsperren im See - Ausbildung: Motorbooteinsatz

 

Ausbildung: Vornahme Löschangriff mit Gerätekunde

Übung: Waldbrand - Wassertransport mit Güllefass
 

 Einsatzdienst

Rund um die Uhr stehen die Mitglieder der aktiven Wehr und die Feuerwehranwärter ab 16 Jahren bereit, um den Mitbürgern im abwehrenden Brandschutz und im technischen Hilfsdienst zu Hilfe zu eilen. Die Alarmierung erfolgt im Regelfall über Taschenfunkmeldeempfänger (landläufig "Piepser" genannt) oder bei größeren Schadenslagen auch über Sirene. In seltenen Fällen werden die Kameraden auch schon mal übers Telefon  verständigt.

Wenn die Feuerwehr alarmiert wird, lassen die Feuerwehrmänner und -frauen alles stehen und liegen und eilen vom Arbeitsplatz, von Familienfeiern, Hausarbeit und allen sonstigen Tätigkeiten, oder aber auch des Nachts aus dem Bett, zum Feuerwehrhaus, von wo aus sie nach dem Ausrüsten (die Ausrüstung wird von der Gemeinde gestellt)  mit den Feuerwehrfahrzeugen zum Einsatzort fahren.

Einsatz: Garagenbrand Einsatz: Chorgasaustritt in privatem Hallenbad

 

Einsatz: Schmutzwasserkanal verstopft Einsatz: Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person Einsatz: Brand in Lüftungsanlage

 

Sicherheitswachen

Eine weitere Aufgabe der Feuerwehr schreibt das Bayerische Feuerwehrgesetz den Einsatzkräften vor: die Durchführung von "Sicherheitswachen" bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Genehmigungsbehörde davon ausgeht, dass bei dieser Veranstaltung eine besondere Gefahr für die Besucher ausgehen kann. Bei solchen "Einsätzen" tragen die Einsatzkräfte besonders hohe Verantwortung. Einerseits ist der reibungslose Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten, andererseits müssen sicherheitsrelevante Aspekte umgesetzt werden. Dieser Spagat zwischen den Interessen des Veranstalters und den im Genehmigungsbescheid genannten Vorgaben verlangt Fingerspitzengefühl, aber auch Kompetenz und Durchsetzungsvermögen von den Feuerwehrleuten.

 

Freiwillige Hilfeleistungen

Schließlich fallen auch immer wieder freiwillige Hilfeleistungen an, bei denen beispielsweise die Gemeinde oder aber auch andere Vereine und Institutionen um die Hilfe der Feuerwehr bitten. Sei es wegen der vorhandenen technischen Ausrüstung, der Manpower oder dem technischen Knowhow. Und so kommt es, dass Feuerwehrleute dabei sind, wenn Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt wird, Leuchtmittel an Flutlichtmasten ausgetauscht werden, Maibäume umgelegt oder aufgestellt werden und noch vieles mehr.

Last but not least fallen unter diese Kategorie auch die Straßensperrungen bei Veranstaltungen, wie der Fronleichnamsprozession, Festzügen, Stefaniritt oder auch großen Trauerzügen und dem Martinszug der kath. Kirche.  Hier ist die Feuerwehr immer dann gefragt, wenn die Polizei nicht ausreichend oder nicht rechtzeitig zur Verfügung steht und die Gemeinde (letztlich der Bürgermeister) den Einsatz anordnet. Leider ist dies einer der undankbarsten Dienste, da es immer wieder Bürger gibt, die der Meinung sind, dass diese (kurzfristige) Sperrung nicht für sie gilt. 

 

Arbeitsdienst

Nach dem Einsatz und der Rückkehr ins Feuerwehrgerätehaus ist die Arbeit aber noch nicht getan. Die verwendeten Gerätschaften müssen gereinigt, verbrauchte Materialien ergänzt, Atemluftflaschen wieder gefüllt werden. Erst wenn alle Fahrzeuge und Geräte wieder einsatzbereit sind, ist der Einsatz abgeschlossen und der Feuerwehrmann kann in den wohlverdienten Feierabend oder aber auch an seinen Arbeitsplatz und zu der unterbrochenen Tätigkeit zurückkehren.

Arbeitsdienst: Umbauarbeiten im Schulungsraum Arbeitsdienst: Einbau der Funksprechstelle

Daneben werden die Aktiven aber auch immer wieder zu zusätzlichen Arbeitsdiensten ins Feuerhaus gerufen. Da müssen dann beispielsweise Schneeketten auf die Räder der Fahrzeuge aufgezogen werden. Oder es stehen Renovierungsarbeiten und Umbaumaßnahmen an den Räumlichkeiten, den Fahrzeugen oder Gerätschaften an, die gelegentlich in Eigenleistung durchgeführt werden, um die Gemeinde finanziell zu entlasten. Selbst historische Gerätschaften wurden auf diesem Weg schon restauriert! Nicht zuletzt stehen auch Arbeitsdienste auf dem Programm, wenn es gilt Aktionen für die Vereinsmitglieder vorzubereiten. Die Mitglieder der Jugendgruppe und die passiven Kameraden sind bei diesen Aktionen meist voll mit eingebunden.

Arbeitsdienst: Restaurierung von alten Feuerwehrgerätschaften

 


Schon die Jugendfeuerwehr bietet sinnvolle Freizeitgestaltung für Jugendliche ab 12 Jahren. In verschiedenen Altersgruppen werden die Buben und Mädchen schrittweise auf den aktiven Feuerwehrdienst vorbereitet. Mit 18 Jahren wechseln sie schließlich nach einer guten Basisausbildung in die aktive Mannschaft.

Trotz der vielen Anforderungen, die der Feuerwehrdienst den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr abverlangt, macht die Arbeit auch Spaß und nicht selten kommt es vor, dass aus dem Hobby ein Beruf wird. Schon mehrfach haben Feuerwehr- und Jugendfeuerwehrleute aus Tutzing eine Karriere bei einer Berufsfeuerwehr eingeschlagen.

Mit dem 63. Lebensjahr endet aufgrund gesetzlicher Bestimmungen die aktive Dienstzeit und der Wechsel in die passive Mitgliedschaft wird - nicht ohne eine gebührende Feierstunde - vollzogen. Wenn die passiven Mitglieder auch nicht mehr an Einsätzen und Ausbildung teilnehmen "dürfen", bietet das "restliche" Vereinsleben der freiwilligen Feuerwehr ein breites Betätigungsfeld, das auch passive Mitglieder nicht zur Passivität verurteilt. Passives Mitglied kann jedoch nur werden, wer vorher einen angemessenen Zeitraum aktiver Feuerwehrmann war.